Schlangen

Schlangen

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Ob gefürchtet und gehasst oder bewundert und verehrt: noch nie konnte sich der Mensch der Faszination der Schlange (Serpentes) entziehen. Schlangen symbolisieren Fruchtbarkeit, Lebensenergie und Unsterblichkeit, Weisheit und Erleuchtung – aber auch Schlauheit, Bosheit und Hinterlist. Die Schlange ist zugleich Sinnbild der Heilkunst und des Teufels, um die sich seit jeher Geschichten, Mythen und Legenden ranken.

Die Entwicklungsgeschichte der Schlangen begann viele Millionen Jahre früher als die der Menschen. Die ältesten fossilen Schlangenfunde stammen aus der Kreidezeit vor ca. 95 – 100 Millionen Jahren. Aufgrund der Ähnlichkeit der Funde mit den heutigen Schlangen wird jedoch vermutet, dass die Entstehung der Schlangen  vor mindestens 140 Millionen Jahren begann.
Laut Evolutionstheorie stammen Schlangen von Echsen ab, wobei sich der Körper stark verlängerte und die Gliedmaßen zurückentwickelten bis hin zum völligen Fehlen. Eine Ausnahme bilden dabei die Roll- und Blindschlangen, deren Skelette noch Reste des Beckengürtels aufweisen. Kiefer- und Gaumenknochen sind nicht zusammengewachsen, sie werden durch ein starkes, flexibles Band miteinander verbunden. Dies ermöglicht Schlangen, ihr Maul weit zu öffnen und die Beute im Ganzen zu verschlingen.
Ausgewachsen erreichen Schlangen eine Länge von 10 cm (Schlankblindschlange) bis 10 m (Netzpython). Das Beuteschema wird durch ihre Körpergröße bestimmt und reicht von Insekten, Eiern, kleineren und größeren Nagern bis hin zu Rehen oder Antilopen. Ihre Farbgebung umfasst das gesamte Spektrum und die Musterung weist je nach Art Längs- oder Querstreifen, Dreiecke, Karos, Punkte oder Flecken auf.
Die Haut der Tiere ist mit dachziegelartig übereinanderliegenden Schuppen bedeckt. Während den Wachstumsphasen streifen Schlangen ihre „alte“ Haut ab. Die sich darunter bildende „neue“ Haut verhornt schnell wieder und bildet neue Schuppen. Schlangen wachsen ihr ganzes Leben lang. Sie haben keine Außenohren und keine Augenlider, ihre Sinnesorgane sind jedoch optimal für eine erfolgreiche Beutejagd oder der Verfolgung eines Geschlechtspartners ausgestattet: Mit den Innenohren nehmen Schlangen selbst leichte Bodenvibrationen auch aus unterschiedlichen Richtungen auf. Mit der Nase und der langen, gespaltenen Zunge erforschen sie züngelnd ihre Umgebung. Dabei ist jede einzelne Zungenspitze in der Lage, verschiedene Gerüche gleichzeitig wahrzunehmen. Eine Schlange riecht sozusagen räumlich. Die Augen dienen ihnen als Bewegungsmelder. Zum Erlegen der Beute haben Schlangen 2 unterschiedliche Methoden entwickelt: Giftschlangen erlegen ihre Beute durch einen tödlichen Biss, Würgeschlangen umschlingen ihre Beute und erwürgen sie.
Im Gegensatz zu Säugetieren sind Schlangen nicht dazu in der Lage, ihre Körpertemperatur über ihren Stoffwechsel zu regulieren. Sie nutzen dafür die Außentemperatur: Sie regulieren ihre Körpertemperatur durch Sonnenbaden, zusammenrollen oder ziehen sich an kühlere Orte zurück: Sie sind ektotherm und demzufolge Wechselblütler. Mit zunehmender Kälte werden sie unbeweglicher bis hin zu einer völligen Starre die bei einer Temperatur zwischen 1°C und 9°C eintritt.
Diese Eigenschaft ermöglichte den Tieren eine Verbreitung über alle Kontinente. Dabei eroberten sie fast alle Gebiete, zu Wasser und zu Lande. Ihre natürliche Grenze bilden lediglich die kältesten Regionen: die Arktis, die Antarktis und die Permafrostgebiete. Auf den Inseln Irland, Island, den Azoren, den Bermudas, Neuseeland und Hawaii wurden ebenfalls noch keine Schlangen entdeckt.
Bis heute sind ca. 2800 Schlangenarten weltweit bekannt. Sie entwickelten sich ihrem jeweiligen Lebensraum entsprechend unterschiedlich in Lebensweise, Aussehen und Verhalten.

Dabei spielen die klimatischen Voraussetzungen eine große Rolle: Arten die in kälteren Regionen leben, benötigen eine Winterruhe, während Arten aus heißeren Gebieten das ganze Jahr über aktiv sind. Die klimatischen Bedingungen sind ebenfalls dafür verantwortlich, ob Schlangen das ganze Jahr hindurch oder nur zu bestimmten Zeiten paarungsbereit sind. Selbst im Bereich der Fortpflanzung haben sich Schlangen unterschiedlich entwickelt: Während Schlangen, die auf dem Land leben, überwiegend Eier legen, sind Seeschlangen mit Ausnahme der Laticauda-Arten lebendgebärend (ovovivipar). Schlangen leben unterirdisch, auf dem Boden (terrestrisch), auf Bäumen (arboricol) sowie im Süß- bzw. Salzwasser (aquatil). Es gibt aber auch Mischformen, wie z.B. halbterrestisch / halbaquatil. Ihre Fortbewegungsart hat sich der jeweiligen Lebensweise angepasst: Die unterirdisch lebenden Schlangen graben, terrestrische (auf dem Boden lebende) Schlangen kriechen. Dies geschieht, je nach Art, auf verschiedene Weise: durch Schlängeln, gerades Kriechen, durch Seitenwinden oder durch die Zieharmonika-Bewegung. Arboricole (auf Bäumen lebende) Schlangen klettern und springen. Manche von Ihnen bedienen sich eines kurzen Gleitflugs um von einem Baum zum nächsten zu gelangen. Und aquatile (im Wasser lebende) Schlangen schwimmen oder tauchen. Dabei ist es einigen möglich, bis zu 1 Stunde unter Wasser zu bleiben.
Schlangen gehören durch ihre Artenvielfalt zu den faszinierendsten Tieren die es gibt. Gerade diese Vielfalt, verbunden mit den mannigfachen Unterschieden, macht den besonderen Reiz dieser Fauna-Spezies aus, dem noch alle Schlangenliebhaber erlegen sind.

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12 Gedanken zu „Schlangen“

  1. Sehr schöne Seite könnte mir bitte aber vlt einer sagen wie das Band dass die beiden Unterkiefer miteinander verbindet mit Fachbegriff heißt

    Danke ;)

  2. Sehr gute Übersicht über die Schlangenphysiologie. Habe ich bis jetzt so noch nicht im Netz gefunden. Gratulation.

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Haltung und Wissenswertes über verschiedene Schlangenarten