Der Netzpython (Python reticulatus) zählt zu den größten Schlangen weltweit. Sein großes Verbreitungsgebiet verdankt der Netzpython der Eigenschaft, ein hervorragender Schwimmer und Taucher zu sein, der auch lange Zeit unter Wasser bleiben kann. Eine natürliche Grenze seiner Ausbreitung bilden lediglich starke Oberflächenströmungen. Eine Erklärung dafür, dass er auf einigen Inseln innerhalb seines Lebensraums nicht anzutreffen ist. Der Netzpython verfügt über eine hohe Anpassungsfähigkeit und so ist der ursprünglich in Sümpfen und feuchten tropischen Regenwäldern beheimatete Netzpython nun auch in der Nähe menschlicher Behausungen und Städten zu finden.
Vorkommen:
Das Verbreitungsgebiet des Netzpython (Python reticulatus) erstreckt sich von Nordostindien bis in den indonesischen Archipel. Gemessen von Osten nach Westen entspricht dies einer Länge von 4300 km. Sein westlichstes und nördlichstes Vorkommen liegt in Indien. Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam, Malaysia und Singapur sind weitere Lebensräume des Netzpythons. Es wurden auch schon vereinzelt Beweise über sein Vorkommen in China erbracht. Dabei handelt es sich aber aller Wahrscheinlichkeit nach um von Menschen importierte Tiere. Trotz der großen Verbreitung sind die nachtaktiven Netzpythons sehr schwer zu finden. Tagsüber verstecken sich die Jungtiere in der Nähe von Gewässern im dichten Geäst. Ausgewachsene Tiere suchen in Höhlen order Erdnestern Unterschlupf. Schlangen in Menschennähe finden häufig unter Häusern Zuflucht, was regelmäßig zum Tod der Schlange führt.
Allgemeines:
Auf dem indonesischen Archipel mit seinen mehreren tausend Inseln begann sich der Netzpython (python reticulatus) vor ca. 1.000.000 Jahren zu verbreiten. Dabei entwickelten sich auf Inseln mit Monsunklima und langen Trockenzeiten 2 Unterarten, die sich auffallend von dem auf dem asiatischen Festland und auf verschiedenen Sunda-Inseln lebenden Python reticulatus reticulatus unterscheiden. Es sind der im Südwesten und Südosten von Sulawesi sowie auf der Insel Selayar vorkommende Pyhon reticulatus saputrai und der auf der Insel Tanahjampea lebende Python reticulatus jampeanus. Die Hauptmerkmale der Unterscheidung liegen vor allem in dem unterschiedlichen Farbmuster und der Schuppenanzahl der Körpermitte im Durchmesser. Der Zwerg Netzpython reticulatus jampeanus oder auch Super dwarf retic hat 64-68 Rückenschuppen und 290-301 Bauchschuppen, gefolgt vom Python reticulatus reticulatus mit 68-78 Rücken- und 304-325 Bauchschuppen. Die meiste Beschuppung weist der Python reticulatus saputrai mit 77-81 Rückenschuppen und 330-334 Bauchschuppen auf. Der Zwerg Netzpython ist zudem leicht an seinen größeren, da wenigeren Kopfschildern zu erkennen.
Der Netzpython (python reticulatus) wird mehr als 7 m lang und über 100 kg schwer. Mit dem bisher längsten jemals gemessenen Exemplar von 10 m hält er den Weltrekord. In Gefangenschaft werden Netzpythons regelmäßig über 25 Jahre alt, wie alt sie in freier Wildbahn werden, kann nicht gesagt werden. Die Nahrung der nachtaktiven Schlangen besteht bei Exemplaren bis ca. 3 m Länge überwiegend aus Ratten, Fledermäusen und Flughundarten. Je größer der Netzpython wird, umso größer und variabler wird auch seine Beute: Tiere die in der Nähe von Menschen leben, ernähren sich von Hunden, Ziegen, oder Kälbern. Die Beute von Exemplaren in freier Wildbahn besteht aus Affen, verschiedenen Hirscharten oder Wildschweinen. Die bisher aufsehenerregendsten Mageninhalte waren ein Malaienbär und ein Mensch. Der Netzpython ist damit der einzige seiner Art, bei dem ein Nachweis über die Schlange als Menschenfresser erbracht werden konnte. Um ihre Beute auch bei Dunkelheit orten zu können, verfügen Netzpythons über Grubenorgane (Labialgruben). Dabei handelt es sich um Wärmerezeptoren, die sich an den oberen und unteren Lippenschildern befinden. Warmblüter wie Vögel und Säugetiere werden in einer Art Wärmebild wahrgenommen und sind dank diesem genialen Werkzeug der Natur eine leichte Beute. Das Geschlecht eines Netzpythons ist äußerlich nicht zu erkennen. Die Weibchen sind mit Beginn der Regenzeit paarungsbereit. Nach 3 Monaten legen sie durchschnittlich 25 Eier, darunter auch ein Gelege von nur 8 Eiern und eines von 73 Eiern! Bis zum Schlüpfen nach weiteren 2 – 3 Monaten bewacht das Weibchen ihr Gelege mit Argusaugen.
Aussehen:
Die Grundfarbe des Netzpythons ist ockerfarben oder / und bräunlich. Seinen Namen verdankt er dem schwarzen, netzartigen Muster das über seinen gesamten Rücken verläuft. Dabei kann die Musterung der einzelnen Exemplare unterschiedlich ausfallen. So kann es als offenes Netz, bei dem sich die Enden in der Körpermitte nicht berühren, den Rücken entlang ziehen. Oder es ist ein geschlossenes Netzmuster, bei dem sich die Enden berühren und Karos bilden. Auch die Stärke des Musters kann unterschiedlich ausfallen. Zum Kopf hin verkleinert sich das Gittermuster und endet in einem Strich der zwischen seinen Augen verläuft und an der Schnauze endet. Ein schwarzer Streifen zieht sich auch von jedem seiner Augen bis zu seinem Mundwinkel. Seitlich verlaufen Dreiecksmuster die abwechselnd hellgrau und schwarz sind. Mittig der schwarzen Dreiecke befindet sich ein weißer, länglicher Fleck. Diese außergewöhnliche Musterung löst sich mit ihren erdfarbenen Grundfarben im Zusammenspiel von Sonne und Schatten vor dem Hintergrund regelrecht auf. Und mit ihr der Netzpython, der beinahe unsichtbar wird.
Der Netzpython gehört zu den noch sehr wenig erforschten Schlangen. Das meiste Wissen über sie stammt durch Beobachtungen von Tieren in Gefangenschaft.
